04/2019

Faire und nachhaltige Mode “made in Austria”

Beim Gaishorner Kleidungshersteller Ompura dreht sich alles um Nachhaltigkeit – ganz ohne Massen- oder Überproduktion. Denn gefertigt werden die Einzelstücke aus nachwachsenden Naturstoffen ausschließlich in Österreich.

Online Kleidung zu kaufen ist bei Ompura ein besonderes Erlebnis, steht das Konzept doch im krassen Gegensatz zu achtlosem Shopping und “Fast Fashion”-Trends. Denn gefertigt werden die Einzelstücke erst nach Kundenauftrag. Dieser beinhaltet wiederum individuelle Gestaltungen, maßgeschneiderte Längen sowie Material und Farbe(n) nach Wunsch.

Werte schaffen Wertschätzung

Woher dieser leidenschaftliche Umgang mit Mode kommt? “Wir sind beide sehr naturverbundene Menschen. Dabei ist für uns natürliche Kleidung ein wichtiger Wohlfühlfaktor, und da es zum Zeitpunkt unserer Firmengründung wenig attraktive Kleidung aus Naturfasern gab, entschlossen wir uns zur eigenen Produktion”, erzählt Heidemarie Sinnegger, die gemeinsam mit ihrem Mann Robert 2013 Ompura gründete. Die kritisch ausgewählten und heimischen Partner gewährleisten dabei nicht nur eine CO2-arme Produktionskette, sondern auch eine hohe Material- und Fertigungsqualität, was sich laut Heidemarie Sinnegger in der hohen Kundenzufriedenheit widerspiegelt.

Dabei geht es bei der modernen Loden- und Woll-Bekleidung, nicht nur um Individualität und Komfort: Durch die Verwendung von Naturmaterialien und deren ökologisch-nachhaltige Weiterverarbeitung will man bei Ompura ein Zeichen für den achtsamen Umgang mit menschlichen und Umweltressourcen setzen, wie das Unternehmer-Paar bestätigt: “Wir leben in einer ‘Ich will alles und das sofort zum halben-Preis’-Welt, deshalb werden besonders in der Modebranche die Produkte meist in Fernost unter sozial untragbaren Bedingungen für die arbeitenden Menschen und für die Umwelt hergestellt. Arbeitsbedingungen und Umweltstandards in Österreich schließen diese Faktoren aus. Die Basis für unser Unternehmen bildet die wertschätzende Haltung gegenüber Mensch und Natur.”

Nachhaltiges Erfolgskonzept

Das Konzept der Unternehmer scheint jedenfalls nicht nur online den Zeitgeist zu treffen. So wird im September in Wien ein weiteres Ompura-Geschäft eröffnet. Sinnegger: “Wobei wir wieder auf das Konzept Showrooming setzen. Im Store können Kunden unter fachlicher Beratung Modelle anprobieren, Längen und Weiten anpassen lassen und Farben auswählen. Danach wird der individuelle Kundenwunsch in der steirischen Schneiderei gefertigt.”

Stolz sind Heidemarie und Robert Sinnegger mitunter auf die Auszeichnung beim steirischen Landespreis Energy Globe STYRIA AWARD 2019. Dort gewann das Projekt “Ompura – forward to the roots” in der Rubrik Anwendung.

“Die Fördermöglichkeiten der SFG waren uns bereits aus unseren früheren Tätigkeiten bei internationalen Unternehmen bekannt. Für unsere Branche ist die Steiermark ideal, weil wir hier die Regionalität der Stoffproduktion und der Fertigung der Kleidung vorfinden”, so die Gründerin. “Mehr Unterstützung wünschen wir uns jedoch von der Wirtschaftspolitik für Produkte Made in Austria.”

Begrüßen würde man bei Ompura in der Modebranche außerdem die Schaffung eines gesetzlich verankerten Gütesiegels, wie bei Lebensmitteln für Bioprodukte: “Mehr Transparenz bei der gesamten Wertschöpfungskette und eine genauere Materialkennzeichnung, um sie für den Konsumenten nachvollziehbar zu machen. Denn beim Einkaufen von Produkten sollten wir alle mehr darauf achten, welches Wirtschaftssystem wir dabei unterstützen.”

www.ompura.at

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