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Zug in die Zukunft

Größter Auftrag - Siemens baut den ICE 4 für die Deutsche Bahn / Largest order: Siemens is building ICE 4 trains for Deutsche BahnDen ICE kennt wohl jeder, der sich nur ein bisschen für die Eisenbahn interessiert. Einer der schnellsten Züge Europas kommt bald in seiner vierten Generation – mit Know-how aus der Obersteiermark.

Intercity-Express, kurz ICE. Dieses Kürzel bedeutet Schnelligkeit, Sicherheit und Komfort. Seit Anfang der 1990er-Jahre gibt es diese Hochgeschwindigkeitszüge der Deutschen Bahn, die inzwischen ein Streckennetz von etwa 180 Bahnhöfen in Deutschland und seinen Nachbarländern, darunter auch Österreich, bedienen. Der ICE ist eine echte Erfolgsgeschichte: waren zu Beginn 25 Züge unterwegs, sind es heute mehr als 250. Ende 2017 soll die inzwischen vierte Generation, folgerichtig ICE4 genannt, in Betrieb gehen. Die Deutsche Bahn will mit diesen Zügen ihr Angebot im Fernverkehr massiv ausweiten. Um ein Viertel mehr Verbindungen als heute sollen dann angeboten werden.

Steirische Verbindung
Eine wichtige Rolle bei diesen Plänen spielt die Maschinenfabrik Liezen (MFL). Von ihr kommen wesentliche Komponenten des ICE4. Um eine Vorstellung von den Anforderungen zu bekommen: so ein ICE4-Zug hat in seiner 12-teiligen Ausführung ein Gesamtgewicht von 764 Tonnen, die mit bis zu 250 Stundenkilometern unterwegs sein werden. Da darf nichts schiefgehen. Deshalb setzt die Deutsche Bahn – und mit ihr die ausführenden Unternehmen Siemens und Bombardier – auf Hauptquerträger von der MFL. Diese Träger sind das zentrale Element der Verbindung von Fahrgestell und Aufbau eines Eisenbahnwaggons. Sie sind ein sicherheitsrelevanter Teil für den Zug.

MFL1 (c) ACStyria_Kanizaj

Investition in Hightech
Die MFL wird mehr als 2.000 dieser hochpräzisen Strukturbauteile liefern. Sie ist schon lange als Zulieferbetrieb hochwertiger Eisenbahn-Teile im Geschäft und in der Branche dementsprechend renommiert. Etwa ein Drittel des Umsatzes wird mit Schienenverkehrstechnik in den Bereichen Schweißkomponenten, Stahlguss und Schienenbearbeitungstechnologie gemacht, die Exportquote dieses Mitgliedsbetriebs des ACstyria liegt bei 65 Prozent. Um international weiterhin konkurrenzfähig zu sein, muss permanent investiert werden, wie MFL-Geschäftsführer Herbert Decker betont: “Unsere Stärken sind die Erfahrung und das Know-how unserer Mitarbeiter sowie unsere hohe Kompetenz in der Fertigungstechnologie. Natürlich müssen wir auch permanent investieren, um konkurrenzfähig zu bleiben. Für diesen ICE4-Auftrag haben wir eine Roboterschweiß-Anlage um etwa 1,5 Millionen Euro angeschafft.” Eine Investition, die sich lohnt. Für die MFL und alle künftigen Passagiere des ICE4.

 

 

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