06/2018

Von Abfallstoffen zur Algenproduktion

Warum der rote Farbstoff einer Grünalge wichtig für den Menschen ist, beweist das Unternehmen BDI-BioEnergy International GmbH und eröffnet damit zahlreiche neue Möglichkeiten für Mensch und Industrie.

Seit über 20 Jahren ist der steirische Spezialanlagenbauer mit Sitz in Raaba-Grambach darin bestrebt, Rest- und Abfallstoffe zu veredeln. Weltweit bestehen die BDI-Anlagen, die unterschiedlichste Arten von Rohstoffen, genauer gesagt Abfallöle, Fette und frische Pflanzenöle, in Bio-Diesel umwandeln. „Wir haben unsere Kompetenz bei Bio-Diesel-Industrieanlagen und sind im internationalen Anlagenbau als Komplettanbieter tätig. In unserer Philosophie from waste to value spiegelt sich die gesamte Wertschöpfungskette unserer Technologien wider“, so Ing. Markus Dielacher, MSc, CEO. Das Unternehmen setzt stark auf F&E – dadurch können Eigentechnologien entwickelt und vorangetrieben werden. So kam es, dass die 100-Prozent-Tochterfirma BDI-BioLife Science GmbH 2014/2015 gegründet wurde und sich auf die Herstellung algenbasierter Wertstoffe spezialisierte. Im Frühjahr 2018 erfolgte der Spatenstich für die neue Mikroalgenproduktionsanlage im Ökopark in Hartberg.

Spatenstich für die Algenproduktionsstätte im Ökopark Hartberg.
Spatenstich für die Algenproduktionsstätte im Ökopark Hartberg.

Eigenentwickelte Algentechnologie

Ing. Markus Dielacher, MSc, Geschäftsführer von BDI-BioEnergy International GmbH
Ing. Markus Dielacher, MSc, Geschäftsführer von BDI-BioEnergy International GmbH

Flamingos, Krebstiere und Lachse verdanken dem rötlichen Farbstoff Astaxanthin ihre Farbe. Der Algenwerkstoff wird aus der Grünalge „Haematococcus pluvialis“ gewonnen, die unter Stressbedingungen die rote Farbe produziert. Astaxanthin gilt als einer der effektivsten Antioxidantien und Radikalfänger, die aus der Natur stammen. Das macht das Carotinoid auch für zahlreiche Anwendungsbereiche und Einsatzgebiete so interessant. Seit über zehn Jahren beschäftigt sich das Unternehmen mit der Erforschung von Mikroalgen. Im ersten Schritt sollen algenbasierte Zusatzstoffe für die Nahrungsergänzungsmittel-Kosmetik- und Pharmaindustrie produziert werden – der Fokus liegt hier auf der Herstellung von natürlichem Astaxanthin. Natürliche Aufzuchtsbedingungen und ein selbstentwickeltes Zuchtsystem sollen neue Maßstäbe in der Algenproduktion setzen. Der rote Farbstoff gilt als Diamant der Antioxidantien und wirkt bis zu 6000-mal stärker als Vitamin C. „Der Farbstoff ist vegan. Dies ist vor allem im Kosmetikbereich ein wichtiger und nachhaltiger Faktor“, so Dielacher. Die Algen-Biomasse ist vielseitig einsetzbar und dem Carotinoid wird ein hoch wirksamer Zell- und Membranschutz nachgesagt. Gerade als Anti-Aging-Produkt, als Entzündungshemmer oder UV-Schutz kann Astaxanthin vorrangig eingesetzt werden. Das Endprodukt ist eine getrocknete und aufgeschlossene rote Biomasse, die für die jeweiligen Bereiche weiterverarbeitet werden kann.

Weitere Informationen zum Unternehmen finden Sie unter https://www.bdi-biolifescience.com/de/ oder https://www.bdi-bioenergy.com/de/

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