05/2017

Unser Müll ist Gold wert

Wertvoller Abfall: Elektro- und Elektronik-Geräte haben einen hohen Anteil an Gold, Silber und Platin. Jährlich landen Tonnen davon im Müll und werden nicht recycelt. Ein steirisches Unternehmen hat ein innovatives metallurgisches Verfahren entwickelt, das eine umfassende Metallrückgewinnung aus elektronischem Schrott möglich macht.

Urbangold_Rohstoff ©Urbangold

Smartphone, Tablet, Flatscreen – in jedem Haushalt befinden sich zahlreiche Elektrogeräte. Sie sind praktische Helfer, schicke Accessoires oder wichtige Statussymbole und nicht mehr aus unserem täglichen Leben wegzudenken. Mit den Ansprüchen an die Geräte wächst gleichzeitig auch der Markt. Die Konsequenz daraus ist, dass jedes Jahr Tonnen an Altgeräten im Müll landen und nicht ordnungsgemäß entsorgt oder verwertet werden. Konkret heißt das: In Österreich werden jährlich rund 160.000 an elektronischen Geräten in Umlauf gebracht. Davon werden lediglich 80.000 Tonnen hierzulande gesammelt und in speziellen Anlagen nachvollziehbar aufbereitet. Die verbleibende Menge wird kaum für eine Verwertung verwendet und landet auf Mülldeponien oder wird als Gebrauchtware in andere Länder – vorwiegend nach Afrika und in den asiatischen Raum – exportiert.

Was bedeutet das nun für unseren Planeten? Die Zahl an Elektro- und Elektronikschrott steigt in Europa jährlich um drei bis fünf Prozent. Die Ressourcen werden knapper und das Abfallproblem größer. Die üblichen Verarbeitungsanlagen stoßen an ihre Grenzen und können die wachsende Schrottmenge nicht mehr bewältigen, sodass ein großer Teil davon auch unsachgemäß entsorgt wird – auf Kosten von Mensch und Umwelt. Weite Transportwege, Abgase und wachsende Mülldeponien hinterlassen einen immer größer werdenden ökologischen Fußabdruck auf der Erde.

Steirisches Unternehmen setzt auf urbanen Rohstoff

Urbangold_Anlage ©Urbangold
Urbangold Anlage

Das Gründer-Team der UrbanGold GmbH hat ein innovatives Verfahren entwickelt, mit der eine korrekte metallurgische Aufarbeitung von Elektro- und Elektronikschrott möglich ist, um daraus wichtige Wert- und Edelmetalle zu gewinnen. „Der Kern dieser Technologie ist ein spezieller Schmelzofen, der eine Verwertungsquote von bis zu 97 Prozent des chargierten Rohstoffes sicherstellt und so eine effiziente Rückgewinnungsquote wertvoller Ressourcen ermöglicht. Auch Rohstoffe mit sehr geringen Wertmetallgehalten können hier verarbeitet werden und gelangen als Recyclingmaterial wieder in den Produktzyklus“, so DI Dr. Stefan Konetschnik. In weiterer Folge kann das Deponievolumen verringert werden, die Wertschöpfung bleibt in der Region und pro Jahr können große Mengen an Kupfer, Nickel, Gold, Silber und Platingruppenmetalle für den österreichischen Rohstoffmarkt gewonnen werden. Durch das E-Schrott-Recycling wird ein nachhaltiger Beitrag für den Umweltschutz geleistet und man trägt dazu bei, die Rohstoffabhängigkeit von anderen Ländern zu vermindern, was sich wiederum positiv für die heimische Wirtschaft auswirkt.

Pläne für die Zukunft

Europaweit gibt es weniger als eine Handvoll Verwertungsanlagen, die eine sachgemäße Verarbeitung leisten können und dadurch gewährleisten, dass die Wertschöpfung der Rohstoffe gesichert wird. Eine erste vollindustrielle Anlage – optimiert für das Leiterplattenrecycling – konnte gemeinsam mit den Partnern METTOP, PolyMet Solutions und SMS group erfolgreich vermarktet werden und geht Ende 2018 in Betrieb. In den kommenden Jahren will das Unternehmen auch in Österreich eine Anlage für Recyclingstoffe aus Elektro- und Elektronikschrott realisieren und somit neue Wege für ein modernes und zukunftsorientiertes Recycling bestreiten.

http://www.urbangold.at/

Voriger Beitrag

Gestatten: Fördinand!

Nächster Beitrag

This is the most recent story.