04/2017

Orientierung im Shoppingdschungel

Kennen Sie das? Sie stehen im riesigen Baumarkt, suchen ein dringend benötigtes Teil und finden weder dieses noch einen Verkäufer. Shopmap macht damit Schluss.

 

Online-Shopping boomt. Kein Wunder: wer rennt schon freiwillig orientierungslos in riesigen Warenhäusern herum, sucht verzweifelt nach fachlicher Hilfe und stellt sich dann auch noch geduldig an der langen Kassa-Schlange an? Wenn er auf lange Sicht überleben will, muss sich im stationären Handel etwas ändern. Wird es auch. Dafür sorgen Florian Burgstaller und sein Team von Wirecube. Das Grazer Startup verbindet mit seinem Shopmap-System die Vorteile von Internet und “echtem” Geschäft. Navigation zum gewünschten Produkt, Informationen darüber, Ratschläge was noch dazu passen könnte oder Alternativvorschläge dafür, dann die Waren direkt im Einkaufskorb scannen und direkt bezahlen ohne an die Kassa zu gehen – alles einfach übers Smartphone. Geht schon und kommt bald. “Das System ist fertig entwickelt und wir sind in Verhandlungen mit Betreibern von Shoppingzentren und Handelsketten. Wir sind optimistisch, dass wir bis Ende des Jahres einige Pilotprojekte im DACH-Raum abschließen können”, so Wirecube-CEO Florian Burgstaller.

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wirecube_team © wirecube

Bequem für Kunden – hilfreich für Geschäfte

Neben den offensichtlichen Convenience-Vorteilen für die Konsumenten bringt das System den Shopbetreibern wertvolle Informationen. Etwa, wo die “Hot Spots” im Geschäft sind, also die Kunden sich häufig aufhalten. Das ist wichtig für die Positionierung der Waren im Shop. Auch Umsatzsteigerungen durch Empfehlungen direkt aufs Kunden-Smartphone lassen sich erzielen. Burgstaller: “Wir wissen, dass  Amazon etwa ein Viertel seines Umsatzes durch Empfehlungen macht, was zum jeweils ausgewählten Produkt noch passen könnte. Also Zusatzkäufe, die der Kunde so gar nicht geplant hat. Das versuchen wir mit Shopmap ins Geschäftslokal zu übertragen.” Auch Kundenbindungsprogramme lassen sich in Shopmap integrieren. Die berühmt-berüchtigten Kundenkarten-Sammlungen werden also bald überflüssig. Ebenso sind Belohnungssysteme möglich, in denen die Kunden nur für das Betreten des Geschäfts Punkte bekommen, die sie dann gegen Geschenke einlösen können. Und natürlich ist es auch eine Entlastung der Mitarbeiter, die weniger Zeit für Informationsgespräche aufwenden und nicht so oft an der Kassa stehen müssen. Dass Shopmap so Mitarbeiter im Handel überflüssig machen könnte und ein “Jobkiller” wird, diese Sorge hat Burgstaller nicht: “Shopmap könnte eine Überlebenschance für viele Geschäfte sein, die vom Onlinehandel schwer bedrängt werden. Insofern könnten wir sogar Jobs sichern.”

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product_info © wirecube

Auch im Flughafen, Bahnhof oder Museum

Das System funktioniert mit kleinen Bluetooth-Sendern in den Geschäften, die wenig kosten und schnell montiert sind. Anhand der von ihnen ausgehenden Signale orientiert sich das Smartphone des Kunden mit Hilfe eines von Wirecube speziell programmierten Algorithmus. Das Prinzip ist überall anwendbar, wo viele Menschen etwas suchen und sich orientieren müssen. Etwa an Bahnhöfen oder Flughäfen. Auch in Museen wäre das System hilfreich. Museumsführung per Smartphone, quasi.  Auch für Menschen, die schlecht sehen oder sonstige Beeinträchtigungen haben, ist das Wirecube-System eine große Hilfe im Alltag. Es führt punktgenau zum gewünschten Produkt oder weist einen barrierefreien Weg in ein Geschäft oder einen anderen gewünschten Ort. Shopmap ist also erst der Anfang.

 

www.wirecube.at

www.shopmap.io

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