Ausgabe 1

Revolution im Bauwesen durch 3D-Simulation: Grazer in Europa vorne

02C1-SchaubildDas Grazer Unternehmen Lorenz Consult simuliert den Bau virtuell in 3D und revolutioniert damit die Gebäudeplanung. Ergebnis: Zeit- und bis zu 30 Prozent Kostenersparnis. Die Ziviltechniker zählen zu den führenden Unternehmen Europas, die diese Technologie als Erste einsetzen.

Was die Automobilindustrie schon längst macht, hält nun auch in der Bauwirtschaft Einzug: Vor Baubeginn ist das Objekt schon als 3-D-Modell fix und fertig zu begutachten. Das funktioniert so: Vom ersten Entwurf an sind alle Planer – Architekt, Statiker, Installateur oder Innenausstatter usw. – an der virtuellen Modellerstellung beteiligt. Damit ändert sich Bauplanung radikal: Wurden bisher nach der Vorlage des Architekten alle anderen Pläne aufeinanderfolgend gezeichnet, passiert das nun zeitgleich auf einem zentralen Server. Alle Beteiligten arbeiten in ein gemeinsames virtuelles Modell hinein: Das nennt sich BIM, „Building Information Modelling“.

Standard in Europa einführen
„Während im deutschsprachigen Raum noch diskutiert wird, ob sich BIM durchsetzen wird, ist es im angelsächsischen Raum wie auch in China längst Standard“, weiß Ziviltechniker Christian Lorenz. Er diskutiert nicht mit, sondern setzt die zukunftsweisende Technologie als einer der Führenden in Europa schon längst erfolgreich ein.

Ein Drittel billiger
Vor allem im Krankenhausbau, ist das Know-how von besonderem Vorteil: „Wir binden von Anfang an das Qualitätsmanagement mit ein und berücksichtigen sämtliche Sicherheitsvorschriften und nötigen Zertifizierungen im klinischen Bereich.“ Das spart in der Planung Zeit, Nerven und vor allem Geld. „Untersuchungen aus Großbritannien zeigen, dass diese integrative Planung aller Fachbereiche die Baukosten um bis zu 30 Prozent senkt“, so Lorenz.Alle Beteiligten sind besser informiert, Änderungen werden rasch umgesetzt und sind sofort sichtbar, auch für den Bauherrn. Derart konnte Lorenz Consult die Planungszeit des neuen Wiener Wilhelminenspitals enorm beschleunigen, ebenso wie die laufende Generalsanierung des ORF-Gebäudes am Wiener Küniglberg. Aktuell ist man mit dem Umbau der Chirurgie im Grazer Landeskrankenhaus betraut.

Alte Gebäude neu eingescannt
Seit Herbst 2014 setzt Lorenz bei solchen Revitalisierungen einen 3-D-Laser-Scanner ein, der Altbestand, Umgebungsgelände, Bestandsräume und Haustechnikzentralen aufnimmt. Hintergrund: Von älteren Gebäuden gibt es nach Jahrzehnten kaum mehr aktuelle Pläne. Dieses häufige Planungsproblem ist nun Geschichte. Revolution in der Bauwirtschaft – und Steirer mischen mit!

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