Ausgabe 4

Mit Förderung zum größten Fair-Trade-Shop

Die Pariser Architektin Hélène Reiter-Viollet hat es der Liebe wegen nach Graz verschlagen. 2009 eröffnete sie am Tummelplatz ein kleines „Fachgeschäft für Fairen Handel“. Mit Unterstützung der SFG-Förderung Lebens!Nah hat sie ihr Geschäft nun zum größten Fair-Trade-Shop im deutschsprachigen Raum ausgebaut. Im Interview verrät Hélène Reiter-Viollet, wie.

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Sie haben Ihren Laden vor einigen Jahren neu errichtet und nun weiter ausgebaut.
Hélène Reiter Viollet: Wir brauchten einfach mehr Platz, um unser breites Sortiment und die hochwertigen Produkte entsprechend präsentieren zu können. Auch wollten wir das Einkaufen für unsere Kunden spannender und attraktiver machen. Heute wird ja zunehmend Wert auf Einkaufen als Erlebnis gelegt. Gerade im Bereich „Fairer Handel“ ist Modernität ein Muss, um von einem verstaubten Image wegzukommen.

Wie sind Sie zu Ihrer Förderung gekommen?
Wir haben uns bereits in der Planungsphase über mögliche Unterstützungen informiert und geklärt, was förderungswürdig ist. Das erhöht die Chance, auch tatsächlich gefördert zu werden. Das ausgefüllte Ansuchen für die Investitionsförderung von Lebens!Nah haben wir mit einer Mitarbeiterin der SFG nochmal durchgesprochen. Dann erst wurde eingereicht. Sobald die Antwort da ist, dass das Ansuchen eingelangt ist, kann man mit den Investitionen beginnen. Die Förderungszusage haben wir dann später erhalten. Mit der richtigen Information und guter Planung ist das keine große Sache.

Haben Sie Tipps für andere Unternehmer?
Erkundigen Sie sich im Vorfeld, was in welcher Höhe förderungswürdig ist. Zum Beispiel wurde die mobile Einrichtung bei uns höher gefördert, als fixe Bauten. Wichtig ist es auch, dass insgesamt die Finanzierung der Investitionen abgesichert ist, entweder durch Eigenkapital oder eine fixe Bankzusage. Schließlich müssen die benötigten eigenen Projektmittel ja ausreichend vorhanden sein.

Sie haben auch die Online-Marketingförderung von Lebens!Nah beantragt und erhalten?
Ja, dieses Ansuchen war ganz unkompliziert via Online-Registrierungsformular. Wir haben einen Zuschuss von 50 Prozent von 3.000 investierten Euro erhalten und damit unseren Webshop neu aufgebaut. Eine gute Internetpräsenz mit Webshop ist in unserem Bereich einfach wichtig.

Wie läuft es mit der Abrechnung?
Den Marketing-Zuschuss haben wir schon abgerechnet. Das war so problemlos, wie das Einreichen. Für die Abrechnung der Umbauten ist in Summe ein gutes Jahr Zeit. Das läuft noch. Wir stellen die Unterlagen und Belege für die Abrechnung zusammen und werden diese gesammelt abgeben.

Welche Auswirkungen hatte die Investition noch?
Insgesamt konnten wir mit der Vergrößerung unsere Team-Arbeitsstunden verdoppeln und die Verkaufsfläche verdreifachen. Wir werden als größerer Shop nun auch noch besser wahrgenommen. Wir können jetzt mehr Produkte anbieten und auch effizienter und günstiger einkaufen, weil wir größere Bestellungen bei unseren Lieferanten in Auftrag geben können. Neu ist jetzt auch das ausgebaute bio-faire Kleidungssortiment, vor allem für Frauen aber auch mit einigen Basics für Männer und netten Stücke für Kinder. Wir haben in unserem Laden außergewöhnliche Produkte und können jetzt durch die vergrößerte Fläche einfach mehr Leute und zusätzliche Zielgruppen ansprechen. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt!

 

Links:
http://sfg.at/lebensnah
www.chic-ethic.at

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