06/2018Top

Drohnenfallschirm made in Styria

Die Firma Drone Rescue Systems in Graz entwickelt ein innovatives Rettungsschirm-System für Drohnen und will den Markt mit Weltraum-Know-how erobern.

In nicht allzu ferner Zukunft kann es sein, dass die Post nicht mehr vom Postboten geliefert wird, sondern mithilfe eines autonomen Zustellsystems. Große Konzerne haben die Zukunftsmusik bereits angestimmt, und das Szenario zeigt, dass Drohnen die Paketzusteller von morgen sein können. Unabhängig davon, wer künftig die Post bringt – die unbemannten Luftfahrzeuge sind bereits in unserem Luftraum angekommen oder besser gesagt: abgehoben.

Die Anzahl der Drohnen steigt weltweit rasant an. In den USA sind bereits über 2,5 Millionen privat und gewerblich genutzte Drohnen unterwegs – bis 2020 soll die Zahl auf knapp fünf Millionen ansteigen – so die Prognose der beiden Start-up-Gründer von Drone Rescue Systems Markus Manninger und Andreas Ploier (Anm. laut Studie von Allianz Global Corporate & Specialty). Die technologischen Möglichkeiten wachsen, und der Markt für die unbemannten Flugobjekte boomt. Damit gehen aber auch große Sicherheitsrisiken einher, denen sich das steirische Duo stellen will. Ein innovativer Rettungsschirm soll dabei helfen, den Luftraum künftig sicherer zu machen.

Geschäftsführer Drone Rescue Systems
Markus Manninger und Andreas Ploier, Gründer von Drone Rescue Systems

Mit Algorithmen zu mehr Sicherheit

Drone Rescue entwickelt Fallschirmsysteme für Drohnen, die einen möglichen Absturz schon frühzeitig erkennen. Der Rettungsschirm wird im Notfall automatisch geöffnet und dadurch kann die Drohne sicher landen, ohne dass es zu Personen- oder Materialschäden kommt. Dies bietet vor allem für die kommerzielle Nutzung zahlreiche Vorteile und eröffnet dadurch viele verschiedene Anwendungsgebiete, die aufgrund strenger Sicherheitsbestimmungen noch nicht erschlossen werden konnten. Das Besondere an dieser Entwicklung: Das System kann nicht nur mit statischen Parametern gespeist werden, sondern lernt mittels Algorithmen, sich selbst an die jeweiligen Anforderungen anzupassen. Der Mensch muss nicht mehr eingreifen, da das Rettungssystem auch außerhalb der Sichtweite funktioniert.

Im Jahr 2014 entstand die Idee zum Unternehmen, als einem befreundeten Fotografen innerhalb kurzer Zeit zwei Drohnen abgestürzt waren. Gründer Markus Manninger, selbst leidenschaftlicher Paragleiter und studierter Telematiker, erkannte hier das Potenzial und beschäftigt sich seither gemeinsam mit dem Betriebswirt Andreas Ploier intensiv mit dieser Thematik. Seit dem Jahr 2017 wird das steirische Start-up vom Business Incubation Center der Weltraumorganisation ESA subventioniert. Mittlerweile beschäftigt Drone Rescue insgesamt acht MitarbeiterInnen.

Die Start-up-Idee der Steirer erhielt mehrfache Auszeichnungen u. a. von Startup-Playground und European Satellite Navigation Competition.

Weitere Informationen zum Unternehmen finden Sie auf www.dronerescue.at

 

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