05/2017

“Das macht halt nur der Berger”

Einer der innovativsten Lackierbetriebe weltweit sitzt in Großreifling und ist nicht einmal vielen Ortsbewohnern bekannt. Das wird sich ändern.

LAC Logo (c) Joel Kernasenko

 

Das Autohaus Berger ist allen in Großreifling und Umgebung ein Begriff. Dass das Unternehmen mittlerweile auch zur ersten Adresse von hochkomplexen und herausfordernden Arbeiten im Bereich der Industrielackierung wurde, wissen bisweilen nur Insider. Und zu diesen gehören Premium-Autobauer, Flugzeughersteller und Eisenbahnproduzenten. Angefangen hat alles vor etwa zehn Jahren mit einer Lackierbox für LKW-Teile bei Reparaturen. Die war damals nicht richtig ausgelastet. “Da kam uns die Anfrage eines Produzenten von U-Bahntüren genau recht”, erzählt Geschäftsführer Hermann Berger. “Er fragte, ob wir aushelfen und die Türen lackieren können.” Immer mehr Aufträge folgten. Inzwischen ist LAC Berger weit mehr als ein einfacher Lackierbetrieb. “Wir haben uns auf Dinge spezialisiert, die sonst kaum jemand macht”, so Berger. “Entweder, weil sie schwierig zu lackieren oder abzudecken sind, oder weil sie aufwändig vorbehandelt werden müssen, etwa mit Sandstrahlen oder Plasmabehandlung.” Ein Beispiel dafür sind Sportwägen in Exklusivvarianten mit schwarz hinterlegtem Scheinwerfer. Diese sollen sportlich daherkommen, müssen aber durchscheinend sein – ein extremer Aufwand für Lackierbetriebe. “Wir arbeiten mit Schablonen, die auf den Zehntel-Millimeter genau passen müssen. Und das macht halt nur der Berger.” Genauso wie Rahmen von Flugzeugfenstern oder Anti-Graffiti-Lackierungen auf Bahntüren, Teile von Wohnmobilen und vieles mehr.

LAC (c) Joel Kernasenko
LAC (c) Joel Kernasenko
LAC (c) Joel Kernasenko
LAC (c) Joel Kernasenko

Embleme und Schriftzüge für Autos als Innovationsträger

In den letzten Jahren ist LAC Berger stark gewachsen. 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten inzwischen im Unternehmen, und es wird dringend Verstärkung gesucht. Auch weil das nächste Projekt schon in den Startlöchern steht: Derzeit wird in Zusammenarbeit mit Lackherstellern intensiv an der Entwicklung von Lacken und Verfahren für die Lackierung von Emblemen und Schriftzügen für Autos gearbeitet. Hört sich einfach an, ist aber in Wirklichkeit hochkomplex. Die große Herausforderung dabei ist die extreme Oberflächenspannung, der diese Logos und Typennamen durch Temperaturunterschiede und andere Umwelteinflüsse ausgesetzt sind und herkömmliche Lacke schnell an ihre Grenzen bringen. Sie altern und springen recht rasch. Das wird LAC Berger ändern. Eine weitere Herausforderung dabei ist das ganz feine Lackieren in einem mikroskopischen Bereich, zum Beispiel bei dreidimensionalen Schriften in einem Logo. Diese Entwicklungen sollen dann weit über Kraftfahrzeuge hinausgehen und bei der Lackierung von Kleinstteilen in allen möglichen Anwendungsbereichen Maßstäbe setzen – vollautomatisiert und in Sekundenschnelle. Auch das macht halt nur der Berger.

www.lacberger.at

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