Ausgabe 5

Aufbruch der Südachse in die „Silicon Alps“

10573699336_ae86b4e680_k_C_dieindustrie_at_Mathias KniepeissDie öffentliche Hand investiert mehr als 2,25 Mio. Euro in den neuen steirisch-kärntnerischen Mikroelektronik-Cluster.

Kaum ein Bereich des täglichen Lebens kommt mehr ohne sie aus: Elektronik und Mikroelektronik sind Schlüsseltechnologien für zahlreiche Branchen. Neue Entwicklungen wie etwa Digitalisierung, Automatisierung und Industrie 4.0 werden damit erst möglich und bilden die Grundlage für neue Produktions- und Fertigungsarten. In Österreich arbeiten rund 65.000 Beschäftigte in knapp 200 Betrieben in dieser Sparte, ein Großteil davon ist im Süden Österreichs angesiedelt – in der Steiermark und in Kärnten.

Diese Elektronik-Unternehmen werden künftig im Silicon-Alps-Cluster gemeinsam ihre Kräfte bündeln: Infrastrukturministerium, Land Kärnten und Land Steiermark haben am 1. Juli 2016 den Startschuss für den ersten überregionalen Mikroelektronik-Cluster gegeben. Die Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SFG) und der Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds (KWF) managen gemeinsam den in Villach angesiedelten Cluster.

Die führenden Unternehmen und Forschungseinrichtungen sowie Universitäten im Bereich der Mikroelektronik und Elektronik arbeiten überregional zusammen, verstärken bestehende Kooperationen und verbessern so die internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Im Zuge der Gründungs-Pressekonferenz betonte Infrastrukturminister Jörg Leichtfried, dass “Mikroelektronik in Zukunft eine immer größere Rolle spielen wird. Österreichische Unternehmen müssen bei dieser Entwicklung vorne mit dabei sein.” Die Kärntner Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig, der steirische Landesrat Christian Buchmann und Vertreter der beteiligten Industrie – Andreas Gerstenmayer, CEO bei AT&S, und Josef Ortner, CEO und Eigentümer der Ortner Group ergänzten, dass gerade der Raum Steiermark-Kärnten mit seiner hohen Zahl innovativer Elektronik-Betriebe dazu beste Voraussetzungen bietet.

Josef Ortner erklärte, im Mikroelektronik-Bereich brauche man über 100 Kernkompetenzen und Berufe: “Der Cluster ist nicht nur für die Großen da, der Vorteil liegt bei den Kleinen.” Andreas Gerstenmayer ist auch Vorsitzender des steirischen Forschungsrates: “Es ist höchste Zeit. Andere Regionen sind sehr weit entwickelt, wir müssen dringend Tempo aufnehmen.”

Gerd Holzschlag, SFG, wird den Cluster gemeinsam mit Erhard Juritsch vom KWF aufbauen: “Die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche treibt den Themenkomplex Mikroelektronik besonders voran und führt zu einer hohen Marktdynamik. Unser bundesländerübergreifender Cluster ist auch gut verankert in der österreichischen Initiative.” Ebenso hebt Holzschlag die Exzellenz der Universitäten hervor: “Neben der Bereitstellung von Know-how in Forschung und Entwicklung werden hier die hochqualifizierten Mitarbeiter ausgebildet, die die Unternehmen brauchen.” Besondere Chancen – besonders für Start-ups – sieht er auch im Bereich der Softwareentwicklung.

Damit wird der Süden Österreichs zu einem weiteren europäischen Exzellenzknoten im Bereich der Mikroelektronik, gemeinsam mit Regionen wie Grenoble, Lyon oder Sachsen.

Partner aus der Industrie sind – neben AT&S und der Ortner Group – Infineon Technologies Austria, die AVL, Lam Research, NXP Semiconductors und EPCOS. Das Infrastrukturministerium und die Bundesländer leisten eine Anschubfinanzierung in der Höhe von jeweils 750.000 Euro, verteilt auf drei Jahre, die beteiligten Industrieunternehmen werden jährlich je 25.000 Euro beitragen. Die als Impulsgeber ebenfalls beteiligte Industriellenvereinigung zieht sich nach Etablierung des Clusters wieder zurück.

 

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