02/2017

Weinbauinvestor Leo Hillinger im Interview: “Träumen alleine reicht nicht mehr”

Er ist wohl der prominenteste Weinbauer Österreichs und seit der TV-Show “2 Minuten 2 Millionen” auch als Investor leohillinger_impulsSTbekannt.

Leo Hillinger über seine Investment-Philosophie.

 

Worauf legen Sie bei einem Investment wert?

Mir geht es um die Nachhaltigkeit des Produkts oder der Dienstleistung, die gute Idee dahinter, aber auch die Unternehmer-Persönlichkeit an sich. Es zählen Individualität und auch mein eigenes Interesse daran. Ein gutes Beispiel dafür ist das Team von Zeus Proteinsoda aus “2 Minuten 2 Millionen”, die mich mit ihrem Produkt und ihrer Persönlichkeit überzeugt haben.

 

Gibt es rote Linien, also Branchen oder Unternehmen, in die Sie nicht investieren würden, selbst wenn große Gewinne winken?

Die Gastronomie ist so eine Branche. Dort Mitarbeiter mit entsprechendem Know-how und Konsequenz zu finden, ist extrem schwierig. Entsprechend risikobehaftet ist das Investment.

 

Gegenfrage: Gibt es Branchen, Unternehmen, in die Sie aus Überzeugung investieren würden, auch wenn keine große Rendite oder sogar ein Verlust zu erwarten ist?

Mir sind soziale Projekte ein großes Anliegen. Zum Beispiel unterstützen wir mit unserem Hillinger Secco Rosé “Pink Ribbon Edition” die Österreichische Krebshilfe. Grundsätzlich versuchen wir, wo es geht, Unternehmen, Menschen und Freunde zu unterstützen.

 

Was war Ihr bisher bestes/schlechtestes Investment?

Das beste Investment war das in die eigene Marke. Nicht so gute Erfahrungen habe ich mit Engagements in Gastronomiebetriebe.

 

Würden Sie ein Investment in Wein empfehlen?

Wenn, dann in guter Lage Grund und Boden zu kaufen – allerdings nur, wenn genügend Fachwissen da ist. Beziehungsweise eine Partnerschaft mit Leuten eingehen, die dieses Know-how haben.

 

Sehen Sie sich als Business Angel?

Ich sehe mich immer noch als Winzer beziehungsweise Weinbauer. Das ist meine Passion und Leidenschaft. Daneben bin ich aber auch bodenständiger Investor.

 

Als Investor in “2 Minuten 2 Millionen” haben Sie Einblick in die Start-up-Szene. Was sind Ihre Erfahrungen daraus?

Mich verwundert immer wieder die Selbstüberschätzung bei Start-ups, was den Firmen- und Marktwert betrifft. Oft sind diese auch nicht konsequent und realistisch genug. Träumen alleine reicht leider nicht mehr aus. Man darf auch nicht zu schnell auf 100 % raufschießen und sollte auf mehrere Standbeine setzen.

2 Minuten 2 Millionen

Weiterlesen zum Thema: Starker (Finanzierungs-)Partner an Bord” (SFG)

 

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